Kürzung des Vorsteuerabzugs bei falscher Rechnung?

Vorsteuerabzug Eingangsrechnungen

Als Unternehmer erhalten Sie die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen im Rahmen Ihrer monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen zurück. Doch was passiert, wenn die Rechnung formal nicht korrekt ist? Haben Sie dann weiterhin Anspruch auf den Vorsteuerabzug?

Kürzung Vorsteuerabzug

Der BFH hat sich mit der Frage befasst, ob ein fehlender Leistungszeitpunkt, eine fehlende Steuernummer und eine fehlende Leistungsbeschreibung zur Kürzung des Vorsteuerabzugs führen.

Fehlender Leistungszeitpunkt

Fehlt in einer Eingangsrechnung der Leistungszeitpunkt, führt dies nicht zwingend dazu, dass Sie die Vorsteuer nicht zurückerhalten. Wenn Sie den Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung mit anderen Unterlagen nachweisen können, ist dies umsatzsteuerlich zum Glück kein Problem.

Fehlende Steuernummer

Fehlt in einer Eingangsrechnung  hingegen die Steuernummer, muss die Rechnung korrigiert werden, sofern auch keine Umsatzsteuer-ID-Nummer verwandt wurde. Nur so können Sie den Vorsteuerabzug geltend machen.

Fehlende Leistungsbeschreibung

Bei fehlender oder nicht eindeutiger Leistungsbeschreibung hat der BFH den Vorsteuerabzug versagt.

Hinweis: Es gibt bei einer nicht eindeutigen Leistungsbeschreibung jedoch noch einen Rettungsanker – den europäischen Gerichtshof (EuGH). In einem portugiesischen Streitfall hat der EuGH entschieden, dass eine fehlende Leistungsbeschreibung kein Grund für eine Vorsteuerkürzung sein soll. Im Falle eines Streites mit dem Finanzamt können Sie sich also auf dieses Urteil berufen. (Urteil vom 01.03.2018, Az. V R 18/17)

Sonderfall Kleinbetragsrechnung

Bei Kleinbetragsrechnungen bis 250 EUR brutto müssen weniger Angaben vorhanden sein. Ist z. B. der Steuersatz nicht angegeben, entfällt der Vorsteuerabzug. Die Kleinbetragsrechnungen sollten immer sofort vor Ort kontrolliert werden, weil der Aufwand groß ist, eine Kleinbetragsrechnung nachträglich korrigieren zu lassen.

Folgende Inhalte müssen bei einer Kleinbetragsrechnung enthalten sein:

  • Name und Anschrift des Unternehmers, der die Leistung ausführt
  • Das Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Ware oder Art und Umfang der sonstigen Leistung
  • Der anzuwendende Steuersatz
  • Ausweis des Bruttobetrags

Empfehlung

Prüfen Sie Ihre Eingangsrechnungen daher immer genau, denn im Falle einer Betriebsprüfung kann Ihnen das Finanzamt den Vorsteuerabzug verwehren. Gerade bei teuren Anschaffungen kann Sie eine falsche Rechnung teuer zu stehen kommen. Sollten Sie eine Eingangsrechnung erhalten, die nicht korrekt ist, kontaktieren Sie den Versender am besten sofort. Bitten Sie um die Ausstellung einer formal korrekten Rechnung. So vermeiden Sie eventuellen Ärger in der Zukunft. Und es ist deutlich leichter und schneller sofort um eine neue Rechnung zu bitten, als nach mehreren Jahren.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.